- Susanne Wederwer Pampus, 2009
Zur Arbeit von Christine Schulz

- Christine Nippe, 2009
Wandelbarkeit als Moment der Zeit festhalten.
Christine Schulz' Papierarbeiten und Fotografien


- Annett Reckert, 2009
Parcours
 
- Aeneas Bastian, 2007
Christine Schulz. No limits

- Christine Nippe, 2007
Flüchtige Bildräume - die Kunst von Christine Schulz

- Aeneas Bastian, 2007
Schönheit vor dem Untergang. Christine Schulz' Bilder von der Beschleunigung der Welt

- Harriet Häussler, 2006
Casino von Christine Schulz

- Beate Anspach, 2006
ALERT

- Aeneas Bastian, 2005
Spiele der Welt, Welt aus Spielen

- Sonja Parzefall, 2004
Christine Schulz Weltrennen

- Carina Herring, 2003
die stadt: ein spielsalon

- John Armleder,  2002
Lost in the City

- Dr. Prof. Stephan Berg, 2002
Kunst im Treppenhaus Nr. 7

- Dr. Daniel Spanke, 2002
Abflughalle International Airport WHV
Zur Installation Flug von Christine Schulz in der Kunsthalle Wilhelmshaven

Aeneas Bastian

Schönheit vor dem Untergang. Christine Schulz' Bilder von der Beschleunigung der Welt


Movies, UB, Flug, Casino, Weltrennen, Spielwelt, no Limits: die Titel der Arbeiten von Christine Schulz beschreiben mit knappen, treffenden Begriffen charakteristische Aspekte des Lebens unserer Zeit: In ihren Medieninstallationen aus Einzelbildern, Fotografien und isolierten Filmszenen mit Sound überlagern und durchkreuzen sich multiple Projektionen auf Bildträgern wie Styropor oder Karton. Der Betrachter muss seinen Bezugspunkt im dramaturgischen Geflecht interagierender Bilder, die sich in ständiger Bewegung befinden, ohne sich in lineare Erzählrahmen zwängen lassen, selbst finden. Es gelingt Schulz, räumliche und zeitliche Schranken zu überwinden und untrennbar Auseinander Liegendes zu simultan erlebbaren Bildern zusammenzuführen.
Appropriation und Transformation sind die wesentlichen Stadien ihrer Neufassung des gefundenen Bildmaterials. Die Wirklichkeit unserer Welt, wiedergegeben in medialen Spiegelungen, ist der Gegenstand, mit dem sie sich auseinandersetzt.
Neben ihren Video- und Medieninstallationen sind in den vergangenen Jahren zahlreiche klein- und einige großformatige Arbeiten auf Papier entstanden. Das Interesse der Künstlerin an den Querverbindungen zwischen verschiedenen modernen Medien manifestiert sich auch in diesen Werken. Schulz schneidet Farbfolien aus, mit denen sie ausgedruckte und kopierte Bilder unterlegt oder überklebt, die Summe der Bildschichten bildet eine Collage. Christine Schulz fängt hier die komprimierte, eingefrorene Zeit - als Gegenpol zur Ausdehnung der Zeit in ihren Medieninstallationen - ein. Sie zeigt uns Bilder einer scheinbar nie enden wollenden Dynamik fahrender und fliegender Transportmittel, die durch die fotografische Konzentration auf einen bestimmten Moment ausgerichtet und somit buchstäblich im Bild angehalten sind. Dabei entstehen in einem hoch verdichteten Umfeld farbintensive Kreuzungen von Werbetafeln, Neonschriften, Häuserfassaden, Roboter, Züge, U-Bahnen, Schiffen, Autos und Flugzeugen. Diese Konzentration urbaner Requisiten und futuristisch anmutender Verkehrsmittel beschwört die latente Bedrohung und den möglichen Kollaps rasanter Kommunikations- und Reisewege einer globalisierten Wirtschaft und eines weltweiten Tourismus herauf. Christine Schulz verdeutlicht, dass unsere Welt durch die ungebremste Beschleunigung der hedonistischen Erlebnisgesellschaft zwangsläufig verbraucht und zerstört wird. Mit dieser Prämisse konfrontiert stellt sich nicht zuletzt die Grundfrage nach den Möglichkeiten der Kunst.
Welche Essenz offenbart sich in den Arbeiten von Christine Schulz? Der Künstlerin genügt es nicht, in ihren Medieninstallationen und Collagen zeitkritische Inhalte zu transportieren, ihr Werk erschließt sich nicht rein intellektuell, sondern auch sensorisch. In den farblich kontrastreichen Darstellungen scheint immer wieder die imminent bedrohte Schönheit der Welt auf. Sie liegt in der Schaumkrone einer Monsterwelle, die ein großes Schiff zu verschlingen droht ebenso wie in der labyrinthischen Verkettung einander verfolgender Formel 1-Wagen vor einem möglicherweise katastrophalen Zusammenstoß.